Stehvermögen als meine große Stärke

      Häufig waren meine Ausdauer und mein Wille, durchzuhalten, die entscheidenden Faktoren, um in wichtigen Rennen erfolgreich zu sein.
Wenn man sich dann dank des sogenannten Stehvermögens auf dem Siegerpodest über eine Medaille freuen darf, denkt man gerne an die, die einen auf dem Weg dorthin unterstützt haben.
Meine fünf Olympiasiege z.B. habe ich alle unter der Leitung von Joachim Franke gewonnen. Bis heute bin ich dem erfolgreichsten deutschen Eisschnelllauftrainer dankbar, dass er die besondere Gabe hatte, mich stets auf den Punkt topfit in Form zu bringen.
Apropos Stehvermögen: Das zeichnet mich nicht nur auf dem Eis, sondern auch im Kampf um Gerechtigkeit aus. Seit 12 Jahren wehre ich mich nun bereits juristisch gegen das Fehlurteil der ISU aus dem Jahr 2009. Und noch ist das letzte Wort nicht gesprochen.

Längst geht es nicht mehr um die Frage, ob ich zurecht gesperrt wurde. Das ist längst wissenschaftlich geklärt. Die Frage ist: Darf ich die ISU vor einem ordentlichen Zivilgericht in Deutschland verklagen? Darf ich als deutsche Staatsbürgerin um mein Recht vor einem deutschen Gericht kämpfen, so wie es im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert ist?
Oder muss ich mich der Willkür der Sportgerichtsbarkeit unterwerfen? Die von mir im Gegenzug für mein Startrecht verlangt, auf den Gang vor ein Zivilgericht zu verzichten.

Das letzte Wort hierzu hat das Bundesverfassungsgericht.