oceanspray

Olympia.ARD.de, 25. Februar 2006

Eine Sekunde fehlt zu Gold

Es war ein packendes Finale, das sich Claudia Pechstein und Clara Hughes in der letzten Runde lieferten. Mit dem besseren Ende für die Kanadierin. Sie gewann Gold in 6:59,07 Minuten.

Eine Sekunde und eine Hundertstel fehlten Pechstein letztlich, um zum vierten Mal in ihrer Karriere Olympia-Gold auf der Langstrecke zu gewinnen. Sie wäre die erste Sportlerin gewesen mit einer solchen Bilanz. Bei 7:00,08 Minuten stoppte die Uhr für die 34 Jahre alte Berlinerin. Das war gut für Silber. Bronze ging an Cindy Klassen aus Kanada, die 7:00,57 Minuten für die zwölfeinhalb Runden benötigte. Es dürfte Pechsteins letzter Olympia-Auftritt gewesen sein. Die Statistiker führen sie als die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin aller Zeiten mit nun fünf Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. „Angesichts der Umstände ist Silber für mich ein Riesen-Erfolg“, sagte Pechstein, die während der Spiele von Turin mit einer allergischen Reaktion der Atemwege zu kämpfen hatte.

Die Entscheidung über die Verteilung der Medaillen fiel nach der Eispräparation, als die letzten vier Paare an den Start gingen. Daniela Anschütz-Thoms aus Erfurt gelang es als erster Läuferin, die bis dahin bestehende Bestmarke der Kanadierin Kristina Groves zu knacken. Ihre 7:02,82 Minuten reichten am Ende für Rang fünf, ihre beste Einzel-Platzierung bei Olympischen Spielen. "Nach meinem Lauf habe ich gedacht, vielleicht reicht es sogar zu einer Medaille, denn persönliche Bestzeit muss man erst mal laufen. Aber ich muss zufrieden sein und bin auch zufrieden", sagte Anschütz-Thoms.

Dass es nicht für eine Medaille reichen würde, wurde allerdings schon im nächsten Lauf deutlich. Denn da kam Cindy Klassen, die das Rennen sehr schnell anging. 7:00,57 Minuten benötigte sie für die 5.000 Meter und zog dabei die Tschechin Martina Sablikova (7:01,38 Min.) auch noch an Anschütz-Thoms vorbei auf Rang vier.

Damit war eingetreten, was Pechsteins Trainer Joachim Franke prophezeit hatte. Für Gold musste man unter sieben Minuten bleiben. Es war der Jahresbesten über die lange Strecke, Clara Hughes, und eben Pechstein vorbehalten, dies im finalen Showdown zu erledigen. Beide lagen sie bei allen Zwischenzeiten hinter Klassen. Als die letzte Runde eingeläutet wurde, betrug der Rückstand immer noch fast drei Sekunden. Aber Klassen hatte für die letzte Runde 37 Sekunden gebraucht, war also hintenraus sehr langsam geworden. Pechstein und Hughes mussten eine 33er-Runde laufen und taten das. Die Kanadierin allerdings war für Pechstein nicht mehr zu erreichen. Doch das schmerzte sie nicht: „Ich hatte gehofft, dass ich in der letzten Runde noch herankommen kann, es hat nicht gereicht. Aber ich freue mich jetzt riesig über Silber.“

Am Sonntag (26.02.06) bekommt Pechstein nun auch noch einen weiteren olympischen Auftritt: Bei der Schlussfeier in Turin wird sie die deutsche Fahne tragen. Und danach wird die Karriere fortgesetzt. „Weitermachen werde ich auf jeden Fall“, gab Pechstein bekannt. Wie lange noch, das will sie nach der WM im März entscheiden.

Letzte Aktualisierung:
25.11.2009

webmaster: web@connye.com