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27. Februar 2002

Irrer Trubel in Tegel - auch Schröder, Schily, Wowereit und Gysi gratulierten
Gold-Claudia ist wieder da

BERLIN - Auch ein Flughafen kann einen großen Bahnhof abgeben. So wie gestern Vormittag um 10.45 Uhr, als Claudia Pechstein, Berlins viermalige Olympiasiegerin, in Tegel wieder heimatlichen Boden betrat.

Gut 500 Fans standen schon über eine Stunde vor der Ankunft der etwas verspäteten Lufthansa-Maschine an Gate 8, um ihrer Eisheilige zu huldigen. Mit Plakaten, vie- len Geschenken und unzähligen Blumen mussten sie genau wie die Prominenz um Innenminister Otto Schily und den Berliner Sportchef Peter Hanisch warten, bis ihr "Goldhamster" alle anderen Passagiere aus der Maschine gelassen hatte.

Und dann kam Claudia, Seite an Seite mit Trainer Achim Franke. Das braune Haar glänzt, und die Müdigkeit nach Feiern und Flug mit einem Dauerlächeln verbergend, eilte sie zuerst auf Mutter Monika, Opa Paul und Ehemann Marcus Bucklitsch zu. "Ich würde mich schon gern etwas ausruhen, aber ich glaube, ich habe noch jede Menge offizielle Aufgaben vor mir", sagte sie mit Blick auf die folgenden Stunden und Tage und dann mit einer kleinen Träne im Auge: "Dieser Empfang ist wirklich umwerfend."

Von ihrer Mutter bekam Claudia ihren ersten Schlittschuh-Stiefel vergoldet überreicht, der noch aus ihrer Eiskunstlaufzeit stammte. Trainer Franke, der den Stress der letzten Tage etwas weniger gut verbergen konnte, bedankte sich auch bei den vielen Helfern im Vorfeld der Spiele und prostete mit seinem Sektbecher Uwe Hüttenrauch als Claudias erstem Übungsleiter zu.

Eine Andeutung auf den "Zickenzwist" mit Anni Friesinger wischte Claudia Pechstein vom Tisch. "Als ich nach den 5000 meine Perücke aufgesetzt hatte, wollte ich Anni nicht kränken. Ich war mir sicher, gewonnen zu haben - da musste die Freude raus." Als sichtbares Zeichen der Überlegenheit landete Gold-Claudia übrigens eine Stunde eher in Tegel als Anni Friesinger (siehe unten). Die Versöhnung mit der Widersacherin aus Bayern ist wohl noch etwas aufgeschoben.

Für Claudia ging es von Tegel mit ihrem Volvo zum Roten Rathaus zum Empfang beim Regierenden Klaus Wowereit und Wirtschaftssenator Gregor Gysi. Dann zu einem privaten Essen mit der Familie ins Estrel. Radio-Inter-views, wichtige Autogrammpost und ein Abstecher zum Friseur waren die nächsten Programmpunkte.

Am Abend ein weiterer Höhepunkt: Abstecher zu "Pomp, Duck and Circumstance" am Gleisdreieck. Da feierte der "Berliner Verlag" seinen Neujahrsempfang - und auch Kanzler Gerhard Schröder konnte dort unserer Pechi gratulieren.

Damit war dieser erste Mammut-Tag in der Heimat aber noch nicht vorbei. Rasch in die Adlershofer Fernsehstudios, wo Moderator Ullrich Meyer sie in seiner SAT.1-Sendung Akte 02/9 empfing. Aber einen langen Atem hatte Claudia Pechstein ja schon in Salt Lake City bewiesen.

Von Hans Moritz

Letzte Aktualisierung:
25.11.2009

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