oceanspray

Update: 18. Dezember 2009

Entlastung durch den „Bluthund“:
Keine vernünftige Erklärung für Doping!

Vor gut drei Wochen ist die Sperre gegen mich durch den CAS bestätigt worden. Und in mir verstärkt sich der Eindruck, dass den Anti-Doping-Experten so langsam aber sicher bewusst wird, welch krasses Fehlurteil in Lausanne gefällt wurde. Zunächst äußerte Prof. Wilhelm Schänzer unmittelbar nach dem Urteil seine Bedenken:
„Ich hatte erwartet, dass man sie nicht sperrt. Ich fühle mich unwohl mit dem Urteil, da es nur auf dem Parameter Erhöhung der Retikulozyten beruht.“
(Quelle: online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/?em_cnt=2103916&)

Kurz darauf folgte Dr. Klaus Pöttgen, der sich in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau unter der Überschrift: „Pechstein passt nicht in ein Epo-Profil“ ebenfalls deutlich positionierte.
Quelle: (http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/?em_cnt=2113018&)

Der Dritte im Bunde ist der Australier Michael Ashenden. Der weltweit anerkannte Anti-Doping-Experte ist Projektkoordinator des australischen Forschungskonsortiums SIAB (Science and industry against blood doping) und war am vergangenen Samstag zu Gast beim Antidoping-Workshop in München.

Michael Ashenden, so schreibt die Frankfurter Runschau über ihn, „ist nicht irgendwer, sondern wird auch der "Bluthund" genannt; er ist Mitglied im Expertenrat, der die Blutprofile für den Weltradsportverband UCI untersucht. Und er ist einer der Entwickler von Nachweisverfahren auf Fremdblutdoping.“
In seinem Referat zum Indirekten Beweis stellte er den zahlreichen Zuhörern (darunter auch Vertreter der WADA und Nada) seine Sichtweise zu meinem so genannten Fall dar. Zwar gibt es von dieser Veranstaltung keine Videoaufzeichnungen, doch einer der Teilnehmer hat die Folien, die Ashenden als Grundlage für seine Ausführungen nutzte, fotografiert und mir zur Verfügung gestellt. Zunächst machte Ashenden deutlich, welche Anforderungen eigentlich von der WADA an den direkten Beweis gestellt werden und wie die ISU es in meinem Fall gemacht hat.

Wie man relativ einfach erkennen kann, wurden in meinem Fall weder die Verfahrensanforderungen noch die Berechnungsgrundlagen der WADA berücksichtigt. Ganz zu schweigen von den fehlenden drei Expertenmeinungen, die laut WADA vor Eröffnung eines Verfahrens eingeholt werden müssen. Im Fortgang seines Referates stellte Ashenden dann die Interpretation meiner Werte durch den CAS seinen eigenen Einschätzungen gegenüber.






Dass meine Retis in Hamar ungewöhnlich hoch waren, ist unstrittig. Während der CAS dies auf eine Mikrodosierung von EPO zurückführt, stellt Ashenden klar, dass mit einer solchen leichten Dosierung die Retikulozyten nicht in solche Dimensionen (3,5 %) ansteigen können. Sie dürften dann allenfalls geringfügig nach oben klettern.
Während der CAS zudem die Meinung vertritt, dass ich mein Blut verdünnt haben muss, um die Hämoglobin- und Hämatokritwerte im normalen Bereich gehalten zu haben (die müssten bei Manipulation eigentlich ebenfalls ansteigen), vertritt Ashenden die Meinung, dass dies über einen Zeitraum von zehn Jahren nicht möglich gewesen wäre. Denn meine Retikulozyten sind ja seit 2000 insgesamt 14x über den Grenzwert von 2,4 Prozent angestiegen, ohne dass meine Hämoglobin- und Hämatokritwerte Indizien für Manipulation geliefert hätten.

Von daher zieht Ashenden am Ende seines Vortrages ein ganz klares Fazit:

„Ich habe keine vernünftige Erklärung, wie dies durch Doping verursacht sein könnte"

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen: Außer: Es kann auch gar keine vernünftige Erklärung geben. Denn ich habe nie gedopt! Und ich habe das Gefühl, dies wird immer mehr Menschen (ganz gleich, ob Experte oder nicht) deutlich!

In diesem Sinne,
bleibt mir gewogen
Eure Claudia



PS: Erneut ein herzliches Dankeschön an alle Mutmacher. Und keine Sorge: Ich werde nicht aufgeben!

Letzte Aktualisierung:
25.11.2009

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