oceanspray

Update: 15. Dezember 2009

Für alle Anti-Doping-Experten, die an mir zweifeln:
Hier sind meine Original-Messprotokolle aus Hamar!

Nach meiner Rückkehr aus Salt Lake habe ich ausgeschlafen und kurz verschnauft, aber jetzt geht es mit Volldampf weiter. Sowohl im Training, als auch im Kampf um Gerechtigkeit. Für alle die, die sich nicht bis ins Detail mit meinem so genannten Fall beschäftigt haben, hier noch einmal ein paar ganz relevante Fakten, die die Anklage, Beschuldigungen und Urteile gegen mich betreffen:

  1. Der ursprüngliche Anklagezeitraum der ISU (Schrift vom 5. März 2009) umfasste fast ein komplettes Jahrzehnt (2000 bis Februar 2009).
  2. Als wir im Laufe des ISU-Verfahrens mehrere Fehler in der Datenbank des Verbandes nachweisen konnten, verkürzte die ISU den Anklagezeitraum um drei Jahre und „beschränkte“ sich darauf, mich von 2003 bis Februar 2009 des Dopings zu beschuldigen und auch zu verurteilen (Ende Juni 2009).
  3. Nach meiner Pressekonferenz vom 6. August 2009, als zahlreiche weitere Fragen bzgl. meiner Blutproben, der damit verbundenen Messverfahren und -protokolle aufgeworfen wurden und die ISU die Antworten darauf schuldig blieb, verkürzte der Verband den Anklagezeitraum erneut und klammerte somit sämtliche von mir kritisierten und in Frage gestellten Proben aus. Übrig blieb vor der Berufungsverhandlung vor dem CAS ein Anklagezeitraum von 16 Monaten. Zwischen Oktober 2007 und Februar 2009 gab es vier Wettkämpfe mit erhöht gemessenen Retikulozytenwerten in meinem Blut.
  4. Keine dieser Messungen konnte die ISU lückenlos dokumentieren. Stets fehlten relevante Mess- bzw. Kalibrierungsprotokolle. Aus diesem Grund stützen die CAS-Richter die Bestätigung meiner Sperre lediglich noch auf die Werte eines einzigen Wettkampfs (Mehrkampf-WM, Anfang Februar 2009 in Hamar).
  5. Zum Glück (sollte man jedenfalls meinen) wurden dort nicht nur die Retikulozytenwerte, sondern auch andere entscheidende Blutparameter gemessen. Diese Original-Messprotokolle Hamars haben mittlerweile mehrere Anti-Doping-Experten ausgewertet. Bislang ist keiner von ihnen, der sämtliche Werte herangezogen hat (also nicht nur die Retikulozyten), zu dem Ergebnis gekommen, damit ließe sich ein zweifelsfreier Dopingnachweis führen. Leider artikulieren (noch zu) wenige Experten diese Zweifel so deutlich in der Öffentlichkeit wie Dr. Klaus Pöttgen in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau. Unter der Überschrift „Pechstein passt nicht in ein Epoprofil“ wird er unter anderem wie folgt zitiert:

Auch Professor Schmidt von der Uni Bayreuth kommt in seinem dem CAS vorgelegten Gutachten zu dem Schluss, dass die Zellunterfraktionen nicht zu Epo-Doping oder einer Epo-stimulierenden Substanz passen. ... Ich denke, dass Kritiker wie Fritz Sörgel und Werner Franke bei Einsicht aller Unterlagen auch Zweifel hegen würden.

Das gesamte Interview kann übrigens hier nachgelesen werden:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/?em_cnt=2113018&

Ich hatte gehofft, dass die direkt angesprochenen Herren, die Professoren Sörgel und Franke, sich nach dieser Aussage von Dr. Pöttgen vielleicht für die konkreten Werte interessieren könnten. Von daher habe ich mich entschlossen, einen weiteren Schritt zum „gläsernen Athleten“ zu machen und die Protokolle meiner Hamarproben öffentlich darzulegen. Am 6. Februar ist mir eine Probe entnommen worden, am 7. Februar waren es zwei. Jede dieser Proben ist mehrfach gemessen worden, so dass die hier folgenden PDF-Dateien jeweils aus mehreren Seiten bestehen:

Probe 1 / 6. Februar 2009
Probe 2 / 7. Februar 2009
Probe 3 / 7. Februar 2009

Meine gesammelten Werte aus der ISU-Datenbank
(Stichtag: Anklagezeitpunkt, 5. März 2009)

Blutwerttabelle aufbereitet von Prof. Gassmann

Natürlich sind diese Werte nicht nur für die Prof. Sörgel und Franke gedacht. Jeder Mediziner, Wissenschaftler und Anti-Doping-Experte ist hiermit „eingeladen“ sich mein Innerstes anzuschauen und zu erläutern, ob anhand dieser Werte tatsächlich der indirekte (Doping-)Beweis geführt werden kann. Ich bin für jede Stellungnahme dankbar ...

Ich kann nur wiederholen: Ich habe nie gedopt. Alle meine Rennen, egal ob erfolgreich oder nicht, habe ich sauber bestritten und niemanden betrogen. Ich habe nichts zu verbergen und deshalb schon Anfang Juli alle Werte, die die ISU in ihrer Datenbank von mir gespeichert hat, offen gelegt. Nun folgt mit sämtlichen Details der Hamarwerte, aufgrund derer meine Sperre vom CAS bestätigt wurde, der nächste Schritt zur völligen Transparenz.

Ich hoffe, dass dies zur Wiederherstellung meines guten Rufes beitragen kann und am Ende auch der Gerechtigkeit zum Sieg verhilft.

In diesem Sinne,
bleibt mir gewogen

Eure Claudia



PS: Erneut ein herzliches Dankeschön an alle Mutmacher. Und keine Sorge: Ich werde nicht aufgeben!

Letzte Aktualisierung:
25.11.2009

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