oceanspray

Update: 14. Dezember 2009

Nach der Rückkehr aus Salt Lake
lebt die Hoffnung immer noch!

Heute morgen bin ich in Berlin-Tegel gelandet. Ich bin zwar total müde und geschlaucht, doch mein Kampfgeist ist ungebrochen. In erster Linie wird es in den nächsten Tagen darauf ankommen, die nächsten juristischen Schritte bestmöglich vorzubereiten. Auch wenn die Hürden vor dem Schweizer Bundesgericht zur Aufhebung des CAS-Urteils hoch sind, gibt es aus unserer Sicht einige konkrete Ansatzpunkte, um das Urteil aufheben zu lassen. In Kürze werde ich mit meinen Anwälten und meinem Manager dazu nähere Details bekannt geben. Es wird sich also weiterhin lohnen, hier vorbeizuschauen ...

Darüber hinaus werde ich mir Gedanken machen, wie ich in den kommenden Wochen bestmöglich mein Training gestalten kann, um mich körperlich in guter Verfassung zu halten. Denn eines ist Fakt: Ich habe deutlich mehr drauf, als ich am Freitag in Salt Lake zeigen konnte. Dass es dort mit einer Platzierung unter den besten Acht nicht geklappt hat, war vor allem Kopfsache. Das hatte ich so nicht erwartet. Nicht eine Sekunde konnte ich frei und locker laufen. Sollte das Urteil aufgehoben werden, werde ich mich mit Sicherheit anders präsentieren können.

Im Anschluss an das Rennen fand ich es schon sehr überraschend, dass ich mit der ganzen Vorgeschichte nach einem 13. Platz in meinem ersten Rennen nach zehn Monaten von einigen sportlich bereits abgeschrieben wurde. Kommt auf diese aberwitzige Idee auch jemand bei Kati Wilhelm oder Magdalena Neuner, die in ihren ersten Biathlonrennen der Saison noch weiter hinten platziert waren? Oder bei Anni Friesinger, die zum Auftakt 15. wurde? Diese ganze Diskussion ist grotesk. Da sollte auch mein Alter keine Rolle spielen. Wer, so wie ich, immer für den Sport gelebt hat, kann auch mit Ende 30 oder im Alter von 40 Jahren noch Spitzenleistungen bringen. Solche Ausnahmeathleten hat es immer gegeben und wird es auch immer geben. Von daher ist mir um meine sportliche Zukunft nicht bange. Alle, die mich abschreiben, werden sich eines Tages noch wundern. Und vielleicht ist dieser Tag ja gar nicht so weit weg. Denn Günter Schumacher, der Sportdirektor der DESG, hat gestern verlauten lassen, dass er mich für Olympia noch nicht abgeschrieben hat, immerhin habe ich in Salt Lake locker die Normzeit der ISU (4:15 Minuten) gebracht, um in Vancouver eventuell doch dabei zu sein. Alles anderes entscheidet jetzt zunächst das Schweizer Bundesgericht. Und bei einem möglichen Freispruch dann die DESG und der DOSB. Also: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

In diesem Sinne,
bleibt mir gewogen

Eure Claudia



PS: Nach dem Rennen von Salt Lake habe ich erneut sehr viel Aufmunterung erfahren, da weiß man wenigstens, wofür man kämpft :-)

Letzte Aktualisierung:
25.11.2009

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