oceanspray
8. August 2009

Ich werde alles daran setzen,
meinen guten Ruf wieder herzustellen!

Liebe Fans, liebe Eisschnelllauffreunde, liebe Dopinggegner, liebe Journalisten

ich glaube, es ist nach der Pressekonferenz vom 6. August 2009 mal wieder an der Zeit, auch an dieser Stelle eine Dinge zu erläutern und Stellung zu beziehen.
Zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich für die aufmunternden Worte und Glückwünsche bedanken, die ich im Anschluss an die TV-Liveübertragung der PK bekommen habe. Dieser Zuspruch ist für mich unheimlich wichtig und wird mir Kraft für die nächsten Wochen und Monate geben. Dass der so genannte Fall Pechstein und dessen Umstände auf reges Interesse stoßen, hat mir auch die Quote von N24 am Donnerstagvormittag gezeigt, die während der Übertragung der PK streckenweise dreimal so hoch war wie normalerweise um diese Uhrzeit.
Mir war es wichtig, einmal ungefiltert den aktuellen Stand der Dinge schildern zu können, damit sich jeder, der Interesse hat, persönlich einen Eindruck verschaffen kann. Dass es im Anschluss an eine solche Pk erneut Kritiker, Journalisten und Experten gibt, nach deren Meinung nicht genug Aufklärung geboten wurde oder die aufgezeigten Fehler der ISU nicht schwerwiegend genug seien, war mir und auch meinem Anwalt Simon Bergmann und meinen Manager Ralf Grengel bereits im Vorfeld klar. Man kann es halt nie allen Recht machen. Wahrscheinlich hätte man sogar noch ein Haar in der Suppe gefunden, wenn ich einen handfesten Beweis dafür geliefert hätte, dass ich nichts Verbotenes getan habe.
Doch genau an diesem Punkt wird es für jeden unschuldig Verdächtigten sehr schwierig: Wie beweist man, das man etwas nicht getan hat? Normalerweise - und so ist es auch in meinem Fall – muss ja die Anklage beweisen, dass der Beschuldigte etwas getan hat und nicht umgekehrt!
Diesen Beweis wird die Anklage niemals liefern können, da ich nicht gedopt habe. Die so genannte Beweisführung stützt sich einzig und alleine auf ein Indiz. Auf erhöht gemessene Retikulozytenwerte in meinem Blut. Und auf die Behauptung, dass diese Erhöhung nur durch die Zufuhr von verbotenen Mittel zustande kommen kann. Auch wenn die ISU in mehr als 330 negativen Dopingproben von mir keinen Beweis dafür gefunden hat, hat sie mich daher für zwei Jahre gesperrt. Mit der Begründung (in meinen einfachen Worten erklärt), ich hätte alle Beweise, die man in meinem Blut hätte finden können durch Gegenmaßnahmen vertuscht. Und da man mich nicht rund um die Uhr testen und bewachen kann, wäre Ihnen es eben nicht möglich gewesen, mich zu erwischen. So einfach ist das eben, so einfach kann man es sich machen, wenn man vor einem ISU-Gericht, mit ISU-Anklägern und ISU-Richtern eine bis dahin makellose Karriere ruinieren möchte.
Stellt sich für mich die Frage: Was also würden die Damen und Herren des Weltverbandes sagen, wenn sie eine Studie in den Händen hielten, die beweist, dass meine Reitikulozytenwerte – auch im Rahmen ständiger Tests und Überwachung –schwankend und sprunghaft wären?
Da führende Mediziner und Dopingjäger unter den Wissenschaftlern die Meinung vertreten, dass dann der Beweis meiner Unschuld erbracht wäre, habe ich mich dazu bereit erklärt, mich einem Forschungskonzept zu unterwerfen, dass zur Zeit noch zwischen renommierten Medizinern und Wissenschaftlern dieses Landes untereinander abgestimmt wird. Sobald die Regularien feststehen, die alle beteiligten Professoren und Doktoren akzeptieren, werde ich dieses Konzept der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) überreichen und die Verantwortlich darum bitten, es umzusetzen und auch zu finanzieren.
Denn meiner Meinung nach, darf der Antidopingkampf nicht nur dazu dienen, die Schuldigen zu überführen, sondern muss er auch die Unschuldigen schützen können!
Ich hoffe, dass die Rahmenbedingungen für die von mir angestrebte (insgesamt sechs Wochen umfassende) Testreihe bereits innerhalb der nächsten acht Tage endgültig festgeschrieben werden kann, damit meine Bitte von der NADA schnellstmöglich geprüft und hoffentlich auch sehr zeitnah umgesetzt werden kann.
Denn obwohl ich guter Dinge bin, auch allein aufgrund der zahlreichen Fehler des Internationalen Eischnelllaufverbandes (ISU) im Berufungsverfahren vor dem Internationalen Sportgerichthof CAS einen Freispruch zu bekommen, möchte ich zudem alles daran setzen, auch meinen guten Ruf wieder herzustellen.

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen,
Eure

Letzte Aktualisierung:
25.11.2009

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